Rebellen besetzen Libyens größtes Ölfeld: Dominoeffekt droht!

Was anfänglich lediglich als Gerücht in den sozialen Medien die Runde machte, entpuppte sich gestern im Verlauf des Tages als Fakt. Libyens Ölminister musste vor der Presse zuerst eingestehen, dass das Ölfeld El Feel von Demonstranten besetzt und geschlossen sei. Im weiteren Verlauf wurde zudem bekannt, dass auch der Betrieb auf dem Sharara-Ölfeld ab Freitag eingestellt wird. Während das El Feel Ölfeld auf eine Produktionskapazität von 70.000 B/T kommt, trägt Sharara als Libyens größtes Ölfeld mit rund 300.000 B/T wesentlich zur Ölproduktion bei.

Märkte reagieren mit Kursprung beim Ölpreis
Kurz nachdem die Meldung über die Schließung des Sharara-Ölfelds über die Ticker der Nachrichtenagenturen liefen, kam es an den Rohölmärkten zu kräftigen Kursaufschlägen. Sowohl Brent als auch WTI kletterten um jeweils rund 1,5 US-Dollar pro Barrel nach oben und markierten neue Tageshochs.

Stilllegung der Ölfelder könnte Dominoeffekt auslösen
Im März 2019 hatten die Truppen von General Khalifa Haftar Sharara erstmals unter ihre Kontrolle gebracht. Seitdem lodert der Konflikt um eine gerechte Verteilung des Ölreichtums zwischen den in der ölreichen Ostregion des Landes herrschenden Milizen und der Regierung in Tripolis immer wieder auf. Für Rohstoffanalysten könnte die Stilllegung der beiden Ölfelder einen Dominoeffekt auslösen. Ein Experte verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die libysche Ölproduktion von 1,2 Mio. Barrel pro Tag auf nahezu null einbrach, als General Haftar das letzte Mal seine Miliz auf die Ölfelder schickte.

Libyen als „Joker“ der Ölspekulanten
In ersten Reaktionen bezeichneten Analysten die gestrige Entwicklung als „Öljoker“ im Pokerspiel der Ölspekulanten. Während einige Akteure aufgrund gestiegener Förderquoten, wie beispielsweise in Venezuela oder im Iran, auf sinkende Erdölpreise setzen, wetten andere wegen zusätzlicher Förderbeschränkungen von Russland und Saudi-Arabien mit steigenden Ölnotierungen. Angesichts der angespannten Situation in Libyen könnte sich das Blatt nun wieder zugunsten dieser als „Bullen“ bezeichneten Spekulanten wenden und die Ölpreise weiter nach oben treiben.

Inlandspreise 
Zum Wochenschluss schlägt sich diese Entwicklung allerdings noch nicht beim Heizöl nieder. Im Gegenteil: Heute Morgen liegen die Preise im Bundesgebiet für 100 Liter Heizöl im Durchschnitt etwa –0,50 bis -1,10 Euro unterhalb der gestern festgestellten Notierungen

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